Seafile

SeaFile und OwnCloud

Cloud-Fileserver, der (insbesondere bei vielen kleinen Dateien) sehr viel schneller arbeitet als OwnCloud. Daher lohnt sich auch die Kombination, OwnCloud für die Synchronisation von Kalender, Aufgaben sowie Kontakte zu verwenden und Seafile für die Dateisynchronisation.

Eine sehr ausführliche Anleitung gibt es auch unter http://manual.seafile.com/deploy/using_mysql.html

SeaFile installieren

Die aktuelle Version kann unter http://seafile.com/en/download/ heruntergeladen werden. Für den Banana Pi mit Bananian als System kann das Server-Paket für den Raspberry Pi verwendet werden.

Die Installation erfolgt durch Entpacken in ein eigenes Verzeichnis z. B. unter /root

cd /root
mkdir seafile
# Die zuvor heruntergeladene Installationsdatei hier her kopieren
tar -xzf seafile-server_*
mkdir installed
mv seafile-server_* installed

Beim Entpacken wird der Symbolische Link seafile-server-latest erstellt, der auf das aktuelle Verzeichnis verweist. Bei einem Update muss dann das neue Archiv nur wie oben beschrieben entpackt werden und schon ist die neue Version installiert ohne dass die alte Version überschrieben wird. Auch die Einstellungen bleiben erhalten.

Abhängigkeiten installieren

Folgende Pakete werden für Seafile benötigt:

  • python 2.7
  • python-setuptools
  • python-imaging
  • python-mysqldb
apt-get update
apt-get install python2.7 python-setuptools python-imaging python-mysqldb

MySQL-Datenbanken erstellen

Zuvor muss MySQL vollständig eingerichtet sein. Dies wird im Kapitel zur Owncloud-Installation im Detail beschrieben.

Folgende SeaFile-Komponenten benötigen jeweils eine eigene Datenbank:

  • ccnet server
  • seafile server
  • seahub

Die einfachste Möglichkeit ist, das Konfigurationsscript setup-seafile-mysql.sh im aktuellen Seafile-Ordner zu verwenden:

/root/seafile/seafile-server-latest/setup-seafile-mysql.sh

Das Skript führt detailliert durch die gesamte Konfiguration. Hier ein Beispiel für eine lokale Installation:

-----------------------------------------------------------------
This script will guide you to setup your seafile server using MySQL.
Make sure you have read seafile server manual at
        https://github.com/haiwen/seafile/wiki
Press ENTER to continue
-----------------------------------------------------------------

What is the name of the server? It will be displayed on the client.
3 - 15 letters or digits
[ server name ] tuxcloud

What is the ip or domain of the server?
For example: www.mycompany.com, 192.168.1.101
[ This server's ip or domain ] 192.168.1.9

Which port do you want to use for the ccnet server?
[ default "10001" ] 10001

Where do you want to put your seafile data?
Please use a volume with enough free space
[ default "/root/seafile/seafile-data" ] /mnt/hdd/seafile

Which port do you want to use for the seafile server?
[ default "12001" ] 12001

Which port do you want to use for the seafile fileserver?
[ default "8082" ] 8082

-------------------------------------------------------
Please choose a way to initialize seafile databases:
-------------------------------------------------------

[1] Create new ccnet/seafile/seahub databases
[2] Use existing ccnet/seafile/seahub databases

[ 1 or 2 ] 1

What is the host of mysql server?
[ default "localhost" ] localhost

What is the port of mysql server?
[ default "3306" ] 3306

What is the password of the mysql root user?
[ root password ] 

verifying password of user root ...  done

Enter the name for mysql user of seafile. It would be created if not exists.
[ default "root" ] 

Enter the database name for ccnet-server:
[ default "ccnet-db" ] 

Enter the database name for seafile-server:
[ default "seafile-db" ] 

Enter the database name for seahub:
[ default "seahub-db" ] 

---------------------------------
This is your configuration
---------------------------------

    server name:            tuxcloud
    server ip/domain:       192.168.1.9
    ccnet port:             10001

    seafile data dir:       /mnt/hdd/seafile
    seafile port:           12001
    fileserver port:        8082

    database:               create new
    ccnet database:         ccnet-db
    seafile database:       seafile-db
    seahub database:        seahub-db
    database user:          root

Sollen viele Clients auf Seafile zugreifen, sollte zuvor ulimit erhöht werden:

ulimit -n 30000

Server starten

./seafile.sh start 
./seahub.sh start

Beim ersten Start von Seahub wird ein Admin-Account erstellt. Der User-Name bei Seafile ist immer eine E-Mail-Adresse.

Danach kann der erste Zugriff über einen Browser erfolgen:

http://192.168.1.9:8000/

 Beim Systemstart automatisch starten

Hierzu wird als root ein Init-Script erstellt (/etc/init.d/seafile-server):

#!/bin/bash
### BEGIN INIT INFO
# Provides: Seafile Server
# Required-Start: $remote_fs $syslog
# Required-Stop: $remote_fs $syslog
# Default-Start: 2 3 4 5
# Default-Stop: 0 1 6
# Short-Description: Start Seafile-Daemon at boot time
# Description: Enable service provided by Seafile.
### END INIT INFO

export LC_ALL='de_DE.UTF-8'
 
# Change the value of "seafile_dir" to your path of seafile installation
seafile_dir=/root/seafile
script_path=${seafile_dir}/seafile-server-latest
seafile_init_log=${seafile_dir}/logs/seafile.init.log
seahub_init_log=${seafile_dir}/logs/seahub.init.log
 
# Change the value of fastcgi to true if fastcgi is to be used
fastcgi=false
# Set the port of fastcgi, default is 8000. Change it if you need different.
fastcgi_port=8000
 
case "$1" in
 start)
 ${script_path}/seafile.sh start >> ${seafile_init_log}
 if [ $fastcgi = true ];
 then
 ${script_path}/seahub.sh start-fastcgi ${fastcgi_port} >> ${seahub_init_log}
 else
 ${script_path}/seahub.sh start >> ${seahub_init_log}
 fi
 ;;
 restart)
 ${script_path}/seafile.sh restart >> ${seafile_init_log}
 if [ $fastcgi = true ];
 then
 ${script_path}/seahub.sh restart-fastcgi ${fastcgi_port} >> ${seahub_init_log}
 else
 ${script_path}/seahub.sh restart >> ${seahub_init_log}
 fi
 ;;
 stop)
 ${script_path}/seafile.sh $1 >> ${seafile_init_log}
 ${script_path}/seahub.sh $1 >> ${seahub_init_log}
 ;;
 *)
 echo "Usage: /etc/init.d/seafile {start|stop|restart}"
 exit 1
 ;;
esac

Dann das Script ausführbar machen und rc.d aktualisieren:

chmod 755 /etc/init.d/seafile-server
update-rc.d seafile-server defaults

Manche Systeme starten den Server nach einen Reboot nicht, da Apache noch nicht läuft. Daher kann der Start über einen Cron-Job nachgeholt werden (Eintrag in /etc/crontab):

@reboot sleep 60 && service seafile-server start

Mitgelieferte Skripte

seaf-gc.sh

Seafile verwaltet die Dateien in Datenblöcken. Alte Datenblöcke von gelöschten Dateien und Bibliotheken werden jedoch nicht automatisch gelöscht, wodurch der von Seafile benötigte Speicher immer mehr anwächst. Somit empfiehlt es sich, unnötige Datenblöcke löschen zu lassen. Hierzu muss nur das Skript seaf-gc.sh im Seafile-Ordner gestartet werden:

/root/seafile/seafile-server-latest/seaf-gc.sh

Das entfernen unnötiger Datenblöcke ist z. B. vor dem Erstellen eines Backups zu empfehlen (siehe Kapitel Backup).

seaf-fsck.sh

Nach einem Systemabsturz kann die Dateistruktur von Seafile defekt sein. hierzu gibt es ein eigenes Script, das fehlerhafte Strukturen reparieren kann:

/root/seafile/seafile-server-latest/seaf-fsck.sh

reset-admin.sh

Wenn man das Admin-Passwort vergessen hat oder der Admin-Account nicht mehr richtig funktioniert, kann mit dem Tool reset-admin.sh der Admin-Account zurückgesetzt werden.

/root/seafile/seafile-server-latest/reset-admin.sh

seaf-fuse.sh

Stellt die Dateistruktur aller User und Bibliotheken in einem Verzeichnis dar, das mit dem Script seaf-fuse.sh gemountet wird. Allerdings besteht auf dieses Verzeichnis nur lesender Zugriff.

mkdir /mnt/seafile-fuse
/root/seafile/seafile-server-latest/seaf-fuse.sh start /mnt/seafile-fuse

Unmounten geht wie folgt:

/root/seafile/seafile-server-latest/seaf-fuse.sh stop

Backup

Anbei ein Skript für ein Backup mit MySQL und storeBackup. Zunächst wird der Seafile-Server gestoppt, damit im Backup ein definierter Zustand gespeichert wird. Dann werden unnötige Datenblöcke gelöscht (seaf-gc.sh) und die Datenbanken gesichert.
Als Backup-Programm wird storeBackup verwendet. Die verwendete Konfigurationsdatei wird im Skript unter /root/bin/storeBackup/seafile.cfg gesucht. Da die Datenbanken zuvor in den Daten-Ordner von Seafile gesichert wurden, sind diese ebenfalls im Backup enthalten.
Am Ende wird der Seafile-Server wieder gestartet.

seafile=/mnt/hdd/seafile
[ -f "$seafile/database-backup" ] || mkdir -p "$seafile/database-backup"
service seafile-server stop
/root/seafile/seafile-server-latest/seaf-gc.sh
mysqldump --lock-tables -h localhost -u root -p<PASSWORT> ccnet-db   > "$seafile/database-backup/ccnet-db.bak"
mysqldump --lock-tables -h localhost -u root -p<PASSWORT> seafile-db > "$seafile/database-backup/seafile-db.bak"
mysqldump --lock-tables -h localhost -u root -p<PASSWORT> seahub-db  > "$seafile/database-backup/seahub-db.bak"
storeBackup -f /root/bin/storeBackup/seafile.cfg
service seafile-server start

Backup zurückspielen:

mysql -h localhost -u root -p<PASSWORT> ccnet-db   < ccnet-db.bak
mysql -h localhost -u root -p<PASSWORT> seafile-db < seafile-db.bak
mysql -h localhost -u root -p<PASSWORT> seahub-db  < seahub-db.bak

Update

Mit folgendem Script kann eine neue Version von Seafile automatisch eingespielt werden. Es muss lediglich die neue Versionsnummer eingegeben werden. Das Script ist für den Raspberry-Pi bzw. Banana-Pi geschrieben und muss für andere Systeme ggf. angepasst werden.

#! /bin/bash

# Variablen definieren
[ "$1" == "" ] && read -p "Bitte Version eingeben (z.B. 4.2.3): " ver || ver=$1
download_path=/root/Software
seafile_path=/root/seafile

# Seafile herunterladen
cd $download_path
wget https://github.com/haiwen/seafile-rpi/releases/download/v$ver/seafile-server_${ver}_pi.tar.gz 

# Seafile-Server entpacken ...
echo "seafile-server_${ver}_pi.tar.gz wird entpackt ..."
cd $seafile_path
tar -xzvf $download_path/seafile-server_${ver}_pi.tar.gz

# Seafile Server anhalten
echo "Seafile-Server wird angehalten ..."
service seafile-server stop

# Symbolischen Link aktualisieren ...
echo "Link seafile-server-latest neu setzen ..."
rm seafile-server-latest
ln -s $seafile_path/seafile-server-$ver seafile-server-latest

# Seafile neu starten
echo "Seafile-Server wird gestartet ..."
service seafile-server start
exit
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